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Sebaldus Weizen Helles Hefe

Sebaldus Weizen Helles Hefe

Sebaldus ·

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Unser Review

Auch ein unmenschlich geniales Portal wie holdmybeer.de muss mal die Leichen im Keller ausmisten und eine der ersten Bewertungen ausführlich wiederholen. Das Sebaldus Weizen Helles Hefe war Mitglied unseres ersten fränkischen Testkastens und damit hat es auch eine ordnungsgemäße Bewertung verdient. Hinzu kommt, dass es in Nürnberg gebraut wird – und das ist für uns ja quasi ums Eck. Das besondere an diesem Weizen aus dem Hause Tucher? Genau genommen ist es ein Bock. Mit schönen 6% vol. wird es kräftig Saft im Brett kleben haben. So, genug geschwallt! Lasst uns dieses Gebräu jetzt zerlegen.

Die Flasche allein hinterlässt einen seriösen und autoritären Eindruck. Auch wenn es nicht so klingt – aber der bärtige alte Sack mit der Kirche in der Hand sieht aus, als würde er nicht zögern, den Bierkonsumenten übers Knie zu legen. Nachdem wir, möglichst ohne Blickkontakt mit dem grusligen Sebaldus, das Weizen in die Tulpe getrümmert hatten, war sämtliche Angst verflogen. Hier liegt ein satt heiligenscheingelbes, hefetrübes Weißbier in seinem gläsernen Gefängnis. Eine leichte Tendenz zu orange ist bei genauerer Betrachtung erkennbar. Die Krone ist perfekt. Wuchtig, aber nicht überschäumend, stabil, ohne dass man sich die Zähne ausbeißt. Mit einem Wort: Hinreißend!

Nachdem die Brühe beim optischen Test ja ganz gut weggekommen ist, und Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt, lassen wir unsere unbestechlichen Nasen zur Tat schreiten. Zuerst dominiert hier ein harmonisches Geflecht aus Hopfen und Hefe. Teigig und doch herb-fruchtig. Außerdem schimmert hier etwas Banane durch. Kombiniert könnte man an einen herben Bananenkuchen denken. Klingt eklig, riecht aber ziemlich schnafte.

Der Antrunk ist primär hefig. Auch die Banane fährt mal winkend vorbei. Hier hatten wir mehr Fruchtigkeit erwartet. Die Kohlensäure massiert angenehm die Zunge und sorgt so für einen prickelnden und erfrischenden Effekt. Malzaromen sind wenig vorhanden. Der Körper wirkt rund, voll und kein Stückchen wässrig. Kunststück, das mit wenigen Spezialaromen zu bewerkstelligen. Es dominiert eindeutig die Säure. Aber auch das wirkt stimmig. Ungewohnt und eigen, aber die Aromen passen hervorragend zusammen. Im Abgang geht es dann hefig weiter. Hier kratzt der Alkohol noch einen wärmenden Gruß in den Rachen des Testers. Ein wirklich ungewöhnliches Weizen. Es tanzt aus der Reihe, ist aber trotzdem sympatisch.

Angenehm und anders. Dieses Hefeweizen hat tatsächlich Charakter! Auf der einen Seite ist es erfrischend und auf der anderen Seite ein grobschlächtiger, ungeschliffener Diamant. Klare Probierempfehlung von den Redaktions-Jungs!
Hold My Beer Score
71 von 100

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